Virtuelle Führung

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Aktuelle Zahlen belegen: bereits jetzt arbeiten in Multinationalen Konzernen mindestens 66% der Mitarbeiter in virtuellen Teams und es wird erwartet, dass diese Zahl kontinuierlich weiter steigen wird. Aber: Weitere Studien konnten nur eine mangelnde Effektivität der virtuellen Teams feststellen. Demnach scheiterten 33% der Teams völlig, und insgesamt 66% der Teams erfüllten nicht die Anforderungen der Kunden. Trotzdem gibt es auch gute Nachrichten. Wenn auf die richtigen Schwerpunkte geachtet wird, können virtuelle Teams bessere Leistungen zeigen, als lokal verwurzelte Teams. Ein entscheidender Faktor ist dabei die Führung der virtuellen Teams.

Virtuelle FührungFünf Faktoren, die eine erfolgreiche virtuelle Führung ausmachen

1. Teammitglieder ein Gefühl der Zugehörigkeit und Gleichheit vermitteln

Virtuelle Teammitglieder sitzen in der Regel an unterschiedlichen Standorten, häufig verteilt über Landes- und Zeitgrenzen hinweg. Nichtsdestotrotz ist ein Zugehörigkeitsgefühl wichtig, um gute Arbeitsergebnisse erzielen zu können. Diese Zugehörigkeit kann schnell durch ein Kick-Off Treffen zum Start in die gemeinsame Arbeit entwickelt werden. Aber auch im Anschluss sind regelmäßige persönliche Teamtreffen sinnvoll, um das Gefühl der Gemeinsamkeit zu fördern.
Neben dem Zugehörigkeitsgefühl ist es wichtig, dass sich kein Teammitglied übergangen fühlt. Als Führungskraft sollten Sie darauf achten, alle Teammitglieder gleich häufig zu kontaktieren.

2. Teamziele früh definieren

Als entscheidender Erfolgsfaktor für virtuelle Teams hat sich die frühe Entwicklung von gemeinsamen Teamzielen gezeigt. Als Führungskraft sollten Sie daher bereits im Kick-Off Meeting, oder bei einer der ersten virtuellen Teammeetings, das Thema „Ziele“ zur Sprache bringen. Sorgen Sie dafür, dass alle Teammitglieder bei der Aufstellung der Ziele beteiligt sind und diese auch verstehen und umsetzen können. Da sich der persönliche Austausch zwischen den Teammitgliedern bei virtuellen Teams häufig auf ein Minimum beschränkt, sind die gemeinsamen Ziele der Klebstoff, der das Team zusammen hält.

3. Regelmäßige Kommunikation

Virtuelle Teams treffen sich nicht in der Kaffeeküche oder schauen mal eben im Büro vorbei, um kurze Fragen zu klären. Daher ist es wichtig, dass nicht nur regelmäßige Jour Fixe mit einzelnen Teammitgliedern und virtuelle Teamkonferenzen mit allen geplant werden, sondern auch Raum für kurze Interaktionen geschaffen wird. Als Führungskraft sollten Sie diese kurzen Interaktionen bewusst fördern. Sei es über kurze Anrufe oder Chatanfragen. Vorsicht ist aber trotzdem geboten: die Anrufe sollten keinen Kontrollcharakter haben, sondern auf einer kollegialen Basis stattfinden.
Neben der Kommunikation zwischen Ihnen als Führungskraft und den Teammitgliedern braucht auch die Kommunikation der Teammitglieder untereinander ihren Raum und eine Regelmäßigkeit.

4. Strukturen und Regeln aufstellen

Auch wenn die neue Arbeitswelt ständig betont, dass Regeln, Hierarchien und strenge Strukturen überholt sind, brauchen gerade virtuelle Teams diese „veralteten“ Strukturgeber. Ohne klare Kommunikationsregeln, ohne deutliche Absprachen und ohne verbindliche Rahmenstrukturen ist ein virtuelles Team zum Scheitern verurteilt. Als Führungskraft müssen Sie Ihren Mitarbeitern den Rahmen bieten, den Ihr Team braucht, um die gemeinsamen Ziele zu erreichen.

5. Zielgerichtete Trainings

Die passenden Trainings für Ihre Teammitglieder auszuwählen, kann eine kleine Herausforderung sein. Während ein Mitglied sich auf dem technischen Gebiet weiterbilden sollte, benötigt ein anderer eher ein Kommunikationstraining. Auch Themen wie Interkulturalität oder Teamwork können passende Trainingsgebiete für Sie und Ihre Teammitglieder darstellen. Besonders für Mitarbeiter, die sich erstmals in einem virtuellen Team befinden, haben sich Trainingsmaßnahmen als wirkungsvolle Intervention gezeigt.

Virtuelle Führung bedeutet in erster Linie Vertrauen. Mit einer entsprechenden Struktur, einer guten Kommunikationsbasis, gemeinsamen Zielen, und einem Blick für Qualifizierungsbedarfe, schaffen Sie die Grundlagen für ein gut funktionierendes virtuelles Team, das Vertrauen und Gemeinsamkeit lebt.

Über den Autor

Prof. Dr. Magdalena Bathen-Gabriel

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